Jedes Jahr gibt es an unserer Schule ein kleines Umweltprojekt. Dieses Mal haben wir den Schulweg in den Blick genommen: Zwei Wochen lang hieß es für die Kinder und Lehrkräfte „Zu Fuß zur Schule“. Die niedrigschwellige, alltagstaugliche Aktion verbindet Umweltbildung, Gesundheitsförderung, Verkehrserziehung und sogar Mathematik – und stärkt vor allem die Gemeinschaft. Damit möglichst viele Kinder mitmachen, haben wir das Ganze als kleine Challenge organisiert.
Das Thema im Unterricht
Bevor es richtig losging, sprachen wir in den Klassen darüber, warum es sich lohnt, zu Fuß zur Schule zu gehen. Wer einen sehr langen Schulweg hat, durfte alternativ mit Roller, Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln kommen – Hauptsache ohne Elterntaxi. Den Nutzen verstanden die Kinder schnell: weniger Autos vor der Schule, weniger Abgase und weniger gefährliche Situationen im morgendlichen Gedränge. Gleichzeitig bringt der Schulweg zu Fuß mehr Bewegung und Selbstständigkeit. Und nicht zu vergessen: Durch die frische Luft starten viele Kinder auch wacher in den Unterricht. Im Austausch kamen dann auch ganz praktische Fragen auf: Wer wohnt eigentlich wo? Wo könnten Treffpunkte liegen, damit wir gemeinsam laufen können? Und was machen wir bei Regen?
Auch die Eltern ins Boot holen
Um das Thema auch zu Hause zur Sprache zu bringen, erhielten die Familien einen Elternbrief. Denn häufig entscheiden nicht allein die Kinder, sondern auch die Rahmenbedingungen in den Familien darüber, wie der Schulweg organisiert wird. Der Brief sollte informieren, entlasten und zeigen: Mit kleinen Absprachen, festen Treffpunkten oder gemeinsamen Wegen lässt sich der Schulweg zu Fuß oft gut umsetzen.
Wir schätzen: Wie viele Striche werden wir sammeln?
Jede Klasse bekam ein Plakat, auf dem die umweltfreundlichen Schulwege eingetragen wurden. Jeder Weg zählte – Hin- und Rückweg ergaben also jeweils zwei Striche.
Zum Start haben wir außerdem eine kleine Schätzaktion mit den Klassen durchgeführt: Wie viele Striche würden wir als Schule wohl in zwei Wochen sammeln? Welche Klasse könnte vorne liegen? Und wie viele schaffen wir in unserer eigenen Klasse? Die Kinder konnten ihre Schätzidee abgeben. Für die beste Schätzung winkte ein kleiner Preis. Diese Mischung aus Spannung und Wetten kommt bei Kindern immer gut an – und ganz nebenbei steckt viel Mathematik darin: schätzen, begründen, vergleichen und am Ende überprüfen, ob die eigene Einschätzung realistisch war.
Los geht’s: Die Fußwege werden gesammelt
Und dann ging es los: Ab jetzt zählte jeder umweltfreundliche Weg. Während der Sammelphase trugen die Kinder ihre Schulwege täglich ein. Diese Sichtbarkeit war dabei sehr wichtig. Wenn morgens die Striche mehr wurden, freuten sich die Kinder, und ganz nebenbei kamen sie miteinander über ihre Schulwege ins Gespräch.
Urkunden dürfen nicht fehlen
Am Ende wurden alle Striche zusammengezählt und für die gesamte Schule ausgewertet. Der Abschluss unserer Aktion durfte dann ruhig ein wenig feierlich sein: In der Aula gab es eine kurze Siegerehrung und ein großes Dankeschön an alle Kinder und Lehrkräfte, die mitgemacht haben. Anschließend verkündeten wir die Gewinner der Aktion und des Schätzwettbewerbs. Sie bekamen eine Urkunde und ein kleines Geschenk überreicht.
Als besonderes Highlight gab es außerdem an diesem Tag für alle Kinder hausaufgabenfrei – unkompliziert, wertschätzend und ein schöner Abschluss, der den Kindern sicher positiv in Erinnerung bleibt.