Umwelterziehung im Unterricht: Der Erdüberlastungstag

Fast das ganze Jahr über werden wir als Konsumentinnen und Konsumenten zum Kaufen animiert – sei es durch attraktiv klingende Werbeanzeigen oder durch gezielte Aktionstage wie den Black Friday, Cyber Monday oder den Prime Day. Gerade diese Verkaufsstrategien erzeugen einen starken Kaufdruck nach dem Prinzip: „Wer jetzt nicht kauft, ist selbst schuld.“

Für Kinder ist es besonders schwierig zu erkennen, ob tatsächlich ein Bedürfnis besteht oder ob sie durch Werbung zum Kauf eines unnötigen Produkts verleitet werden sollen. Umso wichtiger ist es, früh ein Bewusstsein für nachhaltigen Konsum sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu entwickeln.

Mit den Kindern am Wasserkraftwerk. (Foto: Ralph)

Der Erdüberlastungstag

Ein besonders geeigneter Einstieg in dieses komplexe Thema ist der Erdüberlastungstag (auch Welterschöpfungstag bzw. Earth Overshoot Day). Er markiert den Zeitpunkt, an dem die Menschheit mehr natürliche Ressourcen verbraucht hat, als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Gleichzeitig übersteigen die CO₂-Emissionen die Belastungsgrenzen unseres Planeten.

Im Jahr 2025 lag der weltweite Erdüberlastungstag am 24. Juli, in Deutschland bereits am 3. Mai.

Ein kurzes Erklärvideo, beispielsweise vom ZDF, ermöglicht einen anschaulichen und motivierenden Einstieg in die Thematik. 

So viel Konsummüll. (Foto: Ralph)

Ideen für den Unterricht

Im Klassenverband können zunächst zentrale Fragen besprochen werden:

  • Was ist der Erdüberlastungstag?
  • Warum fällt er in verschiedenen Ländern auf unterschiedliche Tage?
  • Warum leben wir so, wie wir leben?
  • Welche Folgen hat unser Konsumverhalten?

Auf dieser Grundlage sollen die Schülerinnen und Schüler überlegen, welche Möglichkeiten es gibt. Dabei kann ein kritischer Blick auf Werbeanzeigen (z. B. für Smartphones) oder Verkaufsaktionen wie den Black Friday hilfreich sein.

Zur Vertiefung eignen sich dann folgende Leitfragen:

  • Müssen wir immer das neueste Handy besitzen?
  • Brauchen wir an Aktionstagen wirklich etwas oder lassen wir uns zum Kauf verleiten?
  • Kann man kaputte Produkte reparieren?
  • Muss ein Produkt neu sein oder gibt es gute gebrauchte Alternativen?

Im Anschluss bietet sich eine gemeinsame Ideensammlung an der Tafel an. Das könnten beispielsweise folgende Punkte sein:

  • Tauschbörsen (in der Klasse oder bei einem Schulfest)
  • Müll sammeln und richtig trennen
  • Werbung analysieren (Was wird versprochen? Ist das realistisch?)
  • Ressourcen sparen (Licht ausschalten, Wasser bewusst nutzen, Altpapier sammeln)
  • Nicht mehr benötigte Dinge verschenken
  • Upcycling (aus Altem Neues herstellen)
  • Wünsche-Ampel
    • Rot: brauche ich nicht
    • Gelb: brauche ich vielleicht
    • Grün: ist wirklich wichtig

Im Gegensatz dazu: Der "Kauf-nix-Tag"

Ergänzend kann der „Kauf-nix-Tag“ thematisiert werden, der seit 1990 existiert und parallel zum Black Friday stattfindet. Ziel ist es, an diesem Tag bewusst nichts zu kaufen. Weitere Informationen bietet das Umweltbundesamt:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/kauf-nix-tag-einfach-mal-innehalten-konsum

Das Thema lebt nicht von einer „Materialschlacht“, sondern von Gesprächen, Reflexion und Erkenntnis. Die Einsicht, dass wir über unsere Verhältnisse leben, und die Verantwortung, daran etwas zu ändern, stehen dabei im Mittelpunkt. Aktuelle Konsumanlässe wie Weihnachten oder der Black Friday bieten hierfür einen lebensnahen Zugang.

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