Erste Farbmischversuche werden schon in der ersten Klasse durchgeführt. Zur Vertiefung der Farbenlehre aus theoretischer und praktischer Sicht bietet sich eine Doppelstunde zum Thema „Farben mischen aus Getränken” an.
Organisation
Die Lehrkraft besorgt im Vorfeld die Primärfarben in Form von Getränken. Bewährt haben sich dabei blaue Powerade für Cyanblau, Cranberrysaft bzw. rote Powerade für Magentarot und Orangenlimonade für Gelb. Zudem werden Trinkbecher (ca. 200 ml) sowie Schnapsgläser und Pipetten für die einzelnen Gruppen benötigt. Um die Mischergebnisse festzuhalten, benötigt man ein Mischprotokoll (dieser kann hier kostenfrei heruntergeladen werden) und die Kinder ihre Wassermalfarben.
Durchführung
Als Einstieg bietet sich ein Buch an (z. B. „Die wahre Geschichte von allen Farben” von Eva Heller) oder man startet direkt mit der Vorstellung des Vorhabens, was erfahrungsgemäß motivierend für die Kinder wirkt.
Dann werden Kleingruppen von drei bis vier Kindern gebildet. Jede Gruppe erhält einen Trinkbecher und vorerst ein paar Schnapsgläser (Nachschub ist möglich), ein Farbmischprotokoll, eine Pipette pro Primärfarbe sowie ihre Wassermalfarben.
Ziel ist es, aus den Primärfarben möglichst viele unterschiedliche Farben herzustellen und diese zu dokumentieren. Dazu entnehmen sie mit der Pipette Flüssigkeit aus den Trinkbechern, mischen diese im Schnapsglas, bewundern das Farbergebnis und halten es in ihrem Mischprotokoll fest. Dabei kann die Dokumentation differenziert erfolgen: Die Kinder können versuchen, die Farben mit Wasserfarben herzustellen und zu benennen, oder eine der beiden Möglichkeiten wählen.
Wenn sie ihr Mischprotokoll ausgefüllt haben, können sie auch drei Farben mischen und diesen Zusatz entsprechend auf ihrem Protokoll festhalten.
In einer anschließenden Reflexion stellen die Kinder anhand ihrer Mischprotokolle ihre Farbergebnisse vor. Haben zwei oder mehr Gruppen das gleiche Farbergebnis, darf angestoßen und die Farbe probiert werden. Die Lehrkraft führt die Fachbegriffe Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben ein. Diese werden in den weiteren Stunden aufgegriffen.
Fortsetzung der Unterrichtsreihe
In den nächsten Kunststunden wird auf die Erkenntnisse der ersten Doppelstunde aufgebaut. Der (erweiterte) Farbkreis sowie die Fachbegriffe bilden das Tafelbild. Vorstellbar wäre dann die Gestaltung eines Bildes, das aus den Komplementärfarben erstellt wird, beispielsweise die Sonne aus den warmen Komplementär- und Tertiärfarben oder der Mond aus den entsprechend kalten Farben.
Fazit
Die Doppelstunde zum Mischen von Farben mit Getränken ermöglicht den Kindern eine motivierende und alltagsnahe Erweiterung ihres Vorwissens zur Farbenlehre. Die Begriffe Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben werden durch eigene Farbversuche selbstständig entdeckt und gefestigt. Besonders der handlungsorientierte Ansatz förderte Neugier, Beobachtungsfähigkeit und die Freude am Ausprobieren. Zudem wurde auch die Teamarbeit gestärkt. Gleichzeitig bietet die Stunde Anknüpfungspunkte für weiterführende Themen wie den Farbkreis, warme und kalte Farben oder künstlerische Gestaltungsaufgaben.