Das szenische Spiel als Teil des Lehrplans eröffnet den Kindern die Möglichkeit, sich in Form von Selbstreflexion neu zu entdecken. Auch soziale Kompetenzen und nicht zuletzt die Stärkung der Klassengemeinschaft werden durch das szenische Spiel gefördert. Das Schlüpfen in andere Rollen fördert die Empathie, eine sehr wichtige Fähigkeit im sozialen Miteinander.
Der Beginn der Unterrichtsreihe: Wir spielen Theater
Die Unterrichtsreihe startet mit „So-tun-als-ob-Spielen“. Hierzu gibt es sicherlich verschiedene Ausführungen. Für meinen Unterricht wähle ich die folgende Version:
Zu zweit bekommen die Kinder ein Arbeitsblatt, das verschiedene Situationen darstellt („Du trinkst etwas“, „Du kaufst etwas“, …). Sie zerschneiden das Arbeitsblatt und haben so diese Situationen als einzelnen Abschnitt zur Verfügung. Ziel ist es, dem anderen Kind nur mithilfe von Gestik und Mimik klarzumachen, welche Situation dargestellt wird. Zudem sollte auch die Größe und Schwere der Dinge erkennbar sein. In einer anschließenden Reflexion stellen einzelne Partnergruppen eine Situation vor, die ihnen besonders gut gelungen ist. Dies ist eine erste Präsentation ihrer schauspielerischen Fähigkeiten. Anhand dessen werden Kriterien für szenisches Spiel gesammelt. Dazu gehören Gestik und Mimik, aber auch Aussprache, passende Lautstärke, angemessene Betonung und Sprechtempo. Als Hausaufgabe bietet es sich an, einen geeigneten Text vorzulesen und dabei die Kriterien zu beachten.
In der nächsten Unterrichtsstunde lesen einzelne Kinder den geübten Text aus der Hausaufgabe den anderen Kindern vor. Die ZuhörerInnen achten auf die Kriterien des szenischen Spiels (diese können hier kostenfrei runtergeladen werden) und geben anhand dieser Rückmeldung.
Anschließend wird das weitere Vorhaben der Unterrichtsreihe präsentiert. Es werden ausgewählte, aufeinanderfolgende Szenen aus „Gregs Tagebuch” im Klassenverband eingeübt und am Ende der Reihe einer anderen Klasse aus der Schule vorgespielt.
In dieser Stunde werden die Rollen an die Kinder verteilt und jedes Kind markiert seinen Lesetext.
In die Rollen von „Gregs Tagebuch“ schlüpfen
Anschließend wird das szenische Spiel anhand von Gregs Tagebuch eingeübt.
Als mehrmalige Hausaufgabe üben die Kinder zu Hause, ihren Text im passenden Lesetempo zu lesen und dabei die Kriterien des szenischen Spiels im Blick zu behalten.
Wie es danach weitergeht, erfahrt ihr demnächst im zweiten Teil.