Im letzten Schuljahr unterrichtete ich eine vierte Klasse im Fach Musik. Mit den „Großen“ wollte ich ein kleines Medienprojekt starten und dabei das bewusste Hören in den Mittelpunkt rücken. So entstand die Idee, das Thema „Soundscapes“ zu behandeln und die Kinder eigene Klanglandschaften herstellen zu lassen.
Das Thema „Hören“ im Lehrplan
Das Thema Hören lässt sich hervorragend fächerübergreifend behandeln – mit unterschiedlichen Schwerpunkten in Musik, Sachunterricht, Deutsch und sogar in Kunst.
Der Maler Wassily Kandinsky hat als Synästhetiker beispielsweise Töne und Klänge farblich und bildlich dargestellt (mehr dazu hier).
Da ich die Klasse nur in Musik unterrichtete, habe ich meinen Schwerpunkt auf das genaue (Hin-)Hören gelegt. Mein Ziel war, dass die Kinder lernen, bewusst zuzuhören und Geräusche und Musik differenziert wahrzunehmen. Dazu startete ich die Sequenz mit einfach umzusetzenden Hörübungen.
Spiele zur Gehörschulung
Den Einstieg gestaltete ich bewusst spielerisch. Wir hörten beispielsweise eine Minute lang bewusst hin und sammelten, welche Geräusche im Klassenzimmer wahrzunehmen waren.
Mit Block und Stift ausgerüstet gingen wir anschließend auf Geräuschspaziergänge im Schulhaus und in der Schulumgebung und hielten fest, was wir dort alles hören konnten. Besonders konzentriert lässt sich (zu)hören, wenn man die Augen schließt.
In Wahrnehmungsspielen ordneten die Kinder Richtungen zu („Woher kommt das Geräusch?“) oder identifizierten mit geschlossenen Augen Gegenstände anhand ihrer Klänge. Gemeinsam überlegten wir auch, ob jeder Mensch einen individuellen Klang hat – etwa durch Stimme, Schrittgeräusch oder Atemrhythmus.
Tipp: Auch online finden sich tolle interaktive Hörrätsel mit Alltagsgeräuschen, die sich gut in diese Phase integrieren lassen.
Musik hören und beschreiben
Nachdem wir unser Gehör mit Alltagsgeräuschen geschult hatten, ging es darum, Musik bewusst zu hören und zu beschreiben. Dafür erarbeiteten wir gemeinsam einen passenden Wortschatz (z.B. laut – leise, schnell – langsam, fröhlich – traurig usw.) und wendeten ihn auf ganz unterschiedliche Musikstücke an – natürlich auch auf die Lieblingsmusik der Kinder. Zum Abschluss der Einheit arbeiteten die Kinder in Gruppen weiter: Über QR-Codes gelangten sie zu YouTube-Videos mit kurzen Musikstücken. Anhand verschiedener Höraufträge sollten sie das Gehörte beschreiben und ihre Eindrücke in der Gruppe austauschen.
Hier könnt ihr die Gruppenarbeit herunterladen: Datei Gruppenarbeit "Musik hören und beschreiben"
Ausblick auf die weitere Sequenz
In der nächsten Musikstunde stellte ich den Kindern erstmals eine Soundscape vor – und damit begann die zweite Phase unserer Hör-Sequenz.