Nachdem wir uns in den letzten Stunden intensiv mit dem bewussten Zuhören beschäftigt und den Begriff „Soundscape“ geklärt haben, ging es nun in die Praxis: Die Kinder durften die Geräusche unserer Schule mit Tablets selbst aufnehmen.
Die App „Sprachmemo“
An unserer Schule sind wir inzwischen sehr gut mit Tablets ausgestattet. Für die Aufnahmen habe ich mich deshalb für die App „Sprachmemo“ entschieden. Die Grundfunktionen sind leicht verständlich und ermöglichen auch ohne Vorerfahrungen einen schnellen Einstieg. Gleichzeitig bietet die App für technisch versierte Kinder zusätzliche Funktionen. Ich startete mit einer kurzen Einführung in die App. Anschließend durften die Kinder zunächst im Klassenzimmer mit der App experimentieren: verschiedene Geräusche aufnehmen, das Schneidetool ausprobieren und mit der Lautstärke spielen. Sehr schnell wurde dabei klar, wie wichtig Ruhe während der Aufnahme ist. Ein einziges flüsterndes Gespräch im Hintergrund kann eine Aufnahme deutlich verändern.
Bevor die Kinder losziehen durften, um ihre Aufnahmen zu machen, haben wir gemeinsam klare Regeln festgelegt:
Für die Durchführung habe ich mir Unterstützung von Praktikantinnen geholt. So konnte jede Gruppe von einer erwachsenen Person begleitet werden. Das war besonders hilfreich bei technischen Fragen – und beim Thema Lautstärke. Denn die Begeisterung der Kinder war riesig! Im Eifer des Gefechts wurde es an manchen Aufnahmeorten doch schnell etwas lebhafter als geplant. Auch das war eine wichtige Lernerfahrung: Gute Tonaufnahmen brauchen Disziplin und Teamarbeit.
Die Ergebnisse werden sortiert
Nach der Aufnahme habe ich alle Dateien gesichtet, sortiert und in unserer Schulcloud abgespeichert. Zu jeder Tonspur habe ich einen QR-Code generiert. So konnten die Kinder die einzelnen Geräusche später ganz einfach scannen und anhören.
In der darauffolgenden Stunde hörten wir die Ergebnisse gemeinsam in der Klasse an. Die anderen Kinder durften raten: Welches Geräusch ist zu hören und wo wurde es aufgenommen? Hier könnt ihr selbst mal ein Geräusch erraten.
Die Kinder hatten viel Spaß am Raten – und bemerkten dabei auch Details, die ihnen im Alltag noch nie aufgefallen sind. Oder stellten fest, dass sie das Geräusch zwar gut kennen, aber trotzdem nicht zuordnen konnten, wo es aufgenommen wurde.
Wir erweitern die Sequenz: Wir erstellen Geräuscherätsel für andere Klassen
Da die Klasse so begeistert vom Erraten der Geräusche war, kam die Idee auf: Warum nicht auch andere Kinder rätseln lassen? Nach einer kurzen Brainstormingphase stand der Plan: Wir erstellen Plakate mit den QR-Codes zum Scannen der Geräusche. Die Auflösung verstecken wir hinter kleinen Klappen. Dort notieren wir, welches Geräusch aufgenommen wurde und zeigen ein Foto vom Ort. Das bedeutete, dass die Gruppe noch einmal losziehen mussten, um die Fotos aufzunehmen. Aus unserer Sequenz zum Hören wurde also ein umfangreicheres Medienprojekt, bei der auch der Umgang mit der Fotokamera thematisiert wurde.
So ging es weiter
Im nächsten Beitrag geht es darum, wie wir aus unseren einzelnen Aufnahmen eine gemeinsame Soundscape gestaltet haben und welche gestalterischen Entscheidungen die Kinder dabei getroffen haben.