Nachdem wir die Sequenz mit einer Gehörschulung begonnen hatten (siehe erster Beitrag), ging es nun darum, unser eigenes Medienprojekt umzusetzen: Die Kinder sollten eine eigene Soundscape produzieren. Doch bevor wir mit den Aufnahmen starteten, klärten wir zunächst, was eine „Soundscape“ überhaupt ist...
Soundscapes – das ist damit gemeint
Der Begriff „Soundscape“ (deutsch: „Klanglandschaft“) wurde vom kanadischen Komponisten und Klangforscher R. Murray Schafer geprägt. Eine Klanglandschaft beschreibt die Gesamtheit aller hörbaren Klänge in einer bestimmten Umgebung – also die akustische Hülle, die uns im Alltag umgibt. Dazu gehören natürliche, menschliche und technische Geräusche ebenso wie Musik. Jeder Ort hat seine eigene Klanglandschaft, die erst durch das Zusammenspiel aller Klänge entsteht.
Soundscapes hören und verstehen
Im Internet finden sich zahlreiche Beispiele für Soundscapes – von Naturaufnahmen bis zu Stadtklängen. In der Klasse hörten wir einige davon an und die Kinder äußerten ihre Eindrücke. Viele reagierten überrascht: „So viel hört man an einem Ort?“ Natürlich sind diese Aufnahmen verdichtet, doch sie verdeutlichen eindrücklich, wie vielfältig unsere akustische Umwelt ist – und dass es kaum möglich ist, „nichts“ zu hören. Wir griffen anschließend einige der spielerischen Hörübungen aus der ersten Stunde wieder auf und formulierten präzisere Höraufträge wie: Was genau ist zu hören? Ist das Geräusch menschlich oder technisch? Ist es dauerhaft, wiederkehrend oder einmalig? Ist die Ursache des Geräusches ortsfest oder bewegt sie sich?
Kleine Hör-Hausaufgabe
Um das bewusste Hören auch auf den Alltag der Kinder zu übertragen, bekamen sie eine kleine Hausaufgabe.
Wir planen unsere eigene Soundscape
Im nächsten Schritt stellte ich den Kindern den Plan für die kommenden Stunden vor:
Wir wollen typische Geräusche unserer Schule aufnehmen und daraus eine Soundscape gestalten, die unser Schulhaus klanglich abbildet.
Die Klasse teilte sich dafür in Kleingruppen auf. Bei einem erneuten Geräuschspaziergang erkundeten die Kinder das Schulgelände nun mit einem neuen Fokus: „Welche Klänge eignen sich für unsere Soundscape?“ Jede Gruppe entschied sich anschließend für fünf typische Geräusche, die sie aufnehmen wollte.
Die Datei für die Planung der Aufnahmen könnt ihr hier herunterladen: Klicke hier.
Nachdem das Konzept stand, begann die praktische Umsetzung: Mit den Tablets nahmen die Kinder ihre Geräusche auf – der Startschuss für unsere eigene Schulsoundscape! Und so geht es demnächst hier weiter...