Ich liebe es, (Bilder-)Bücher als Aufhänger für Unterrichtsthemen zu nutzen. Im Fach Mathematik finde ich es besonders schön, weil es verhältnismäßig wenig Bilderbücher zu mathematischen Themen gibt (z. B. „Agathe zählt die Sterne“, „Der Igel, der wissen wollte, wie viele Stacheln er hat“, „999 Froschgeschwister ziehen um“ oder „Wie viel ist eine Million?“).
Für den Bereich „Raum und Form“ bzw. „Geometrische Formen“ stelle ich euch heute ein Unterrichtsvorhaben passend zum Buch „Paulas Reisen“ von Paul Maar vor. Die Reihe eignet sich gut für Klasse 1-2 oder Anfang Klasse 3.
Worum geht es in dem Buch „Paulas Reisen“?
In dem Buch „Paulas Reisen“ reist die kleine Paula im Schlaf durch verschiedene Länder mit verschiedenen Formen. In jedem Land herrschen strenge Regeln, wie das Land der Kreise (alles ist rund) oder das Land der Ecken (nur Kanten sind erlaubt), denen sich Paula anpassen muss, doch sie findet stets einen Ausweg, bis sie sicher im Land der weichen Betten landet. Die Geschichte ist in gereimter Form verfasst und von Eva Muggenthaler wunderschön illustriert.
Wie ist die Unterrichtsreihe aufgebaut?
1. Stunde: Einstieg in die Welt der Formen
Zuerst betrachten wir das Buchcover und antizipieren unsere Leseerwartungen. Zum Einstieg in die Unterrichtsreihe lese ich dann aus dem Bilderbuch „Paulas Reisen“ vor (bis ca. Seite 17). Während des Vorlesens haben die Schülerinnen und Schüler immer wieder Ideen und Assoziationen geäußert sowie die Reime mitgesprochen. Die Kinder entdecken in dem Buch Kreise, Quadrate, Rechtecke und Dreiecke, welche ich als Karten in die Kreismitte lege. In der Arbeitsphase ordnen die Schülerinnen und Schüler Formen zu Bildern aus dem Buch zu.
2. Stunde: Eigenschaften von Formen
Wir wiederholen kurz, wohin Paula gereist ist und welche Formen sie dabei entdeckt hat. Ich lese weiter aus dem Buch vor (von Seite 18 bis ca. Seite 25). Danach untersuchen wir die Eigenschaften der Formen, wie z. B. wie viele Ecken oder wie viele Seiten die unterschiedlichen Formen haben.
Im Rahmen einer Stationsarbeit beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche Art und Weise mit den Formen. Sie fahren Formen nach, sortieren, legen, kneten, puzzeln unterschiedliche Formen und finden diese in Bildern wieder.
3. Stunde: Formen im Alltag entdecken
Wir wiederholen die bisher erarbeiteten Unterrichtsinhalte und lesen, wie es in dem Buch weitergeht (von Seite 26 bis ca. Seite 35). Paula erreicht ein Land, in dem viele verschiedene Formen vorkommen (z. B. Häuser, Gegenstände). Ich leite zu unserem Klassenraum/Schulgebäude/Schulhof weiter und frage, ob es bei uns auch überall solche Formen gibt. Es folgt eine Suchaufgabe, bei der die Schülerinnen und Schüler ihre Entdeckungen evtl. auch fotografisch festhalten können (mit einem Tablet).
4. Stunde: Kreative Anwendung
Ich lese das Buch zu Ende vor. Paulas Reise endet im Kuschelland. Wir treffen uns zum gemütlichen Bilderbuch-Kino und lauschen zwischen Decken und Kissen noch einmal der ganzen Geschichte inklusive dem bislang noch unbekannten Ende. Den Abschluss der Unterrichtsreihe bildet das kreative Gestalten einer Formenstadt oder Fantasiefiguren aus Formen.
Zusatz:
Ich habe passend zu dem Kapitel, in dem Paula im Land Kopfunter zu Besuch ist noch die Raum-Lage-Beziehungen thematisiert, indem wir uns die Bilder genau angeschaut und gefragt haben, wie es in dem Land aussieht, was dort anders ist als bei uns und wie unsere Welt über Kopf aussieht. Präpositionen wie „auf“, „unter“, „über“, „zwischen“, „hinter“, „rechts“ oder „links“ können geübt werden, indem man zu den Bilderbuchseiten das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“, spielt.
Deine Meinung
Wie findest du den beschriebenen Einsatz des Bilderbuchs „Paulas Reisen“ bzw. den Einsatz von (Bilder-)Büchern generell im Mathematikunterricht? Fallen dir noch weitere (Bilder-)Bücher ein, die sich auf mathematische Themen beziehen? Schreib es gerne in die Kommentare!