Im letzten Beitrag habe ich euch von meiner Zusammenarbeit mit einem Jugendzentrum direkt neben unserer Schule berichtet. Beim Brainstorming mit der Einrichtungsleitung sind wir noch auf eine weitere Idee gekommen. Im Jugendzentrum gibt es Proberäume, in denen regelmäßig lokale Bands spielen. Wäre es nicht toll, wenn Grundschulkinder einmal eine echte Bandprobe hautnah miterleben dürften?
Einblicke hinter die Kulissen: Wie probt eigentlich eine Band?
Die Einrichtungsleitung hat den Kontakt hergestellt – und tatsächlich war eine Band sofort bereit, dieses Experiment mit uns zu wagen. Für meine Klasse bedeutete das: Ein ganz besonderer Unterrichtsgang stand an. Natürlich sind wir nicht unvorbereitet losgezogen. Im Musikunterricht haben wir uns vorab mit der Band beschäftigt und Fragen gesammelt, die wir ihr schon immer einmal stellen wollten.
Außerdem haben die Kinder ein kleines Dankeschön vorbereitet – schließlich ist so ein exklusiver Einblick alles andere als selbstverständlich.
Live dabei statt nur darüber reden
Vor Ort wurde es dann richtig spannend: Die Band machte einen Soundcheck, probte mehrere Songs und gab uns dabei einen authentischen Einblick in ihren Probenalltag. Für viele Kinder war das eine völlig neue Erfahrung: Musik nicht nur zu hören, sondern hautnah mitzuerleben, wie sie entsteht. Im Anschluss durften die Kinder ihre Fragen stellen, und die Band erzählte offen aus ihrem Musikerleben.
Unser Fazit: Mehr als ein einmaliges Projekt
Auch für die Band war diese Kooperation ein voller Erfolg. Ein Bandmitglied studiert selbst Lehramt und war sofort Feuer und Flamme für die Idee, für unsere Klasse ein Mini-Konzert zu geben. Die Kinder wiederum waren so angetan von der Musik, dass sie am Ende sogar Autogramme wollten – was der Band sichtlich schmeichelte. Auch das Personal des Jugendzentrums war von der Aktion begeistert und hat angekündigt, solche Bandproben künftig regelmäßig für ein bis zwei Klassen pro Schuljahr anzubieten. Selbst wenn die Kinder für die klassischen Angebote des Jugendzentrums eigentlich noch etwas jung sind, versteht das Jugendzentrum solche Begegnungen als Investition in die Zukunft: Der erste Kontakt ist geknüpft, Berührungsängste werden abgebaut und die Kinder erleben das Jugendzentrum als spannenden Ort direkt in ihrer Nachbarschaft. Genau darin liegt mit etwas Glück die Stärke solcher Kooperationen: Mit überschaubarem Aufwand entstehen Begegnungen, die im Gedächtnis bleiben und für alle Seiten einen echten Mehrwert schaffen.