Für uns ist es, anders als in vielen anderen Länder der Erde, normal, dass wir Trinkwasser immer in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben. Aber die Realität zeigt: Die Wasserversorgung wird auch in Deutschland zunehmend herausfordernder.
Was sind die Gründe für die steigende Wasserknappheit?
Hoher Pro-Kopf-Wasserverbrauch: In Deutschland verbraucht jede Person durchschnittlich rund 127 Liter Wasser am Tag – nur für Haushalt und Trinkbedarf.
Steigende Weltbevölkerung: Die globale Bevölkerungszahl wächst stetig; Prognosen gehen davon aus, dass 2050 etwa 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.
Virtuelles Wasser: Viele Produkte enthalten sehr viel Wasser, das bei ihrer Herstellung verwendet wurde. Ein Beispiel: Ein T-Shirt benötigt für die Herstellung rund 2.000 Liter Wasser.
Klimawandel: Steigende Temperaturen, sinkende Niederschläge, Trockenperioden und sinkende Grundwasserspiegel wirken sich negativ auf die Wasserversorgung aus.
Obwohl Themen wie der Wasserkreislauf, die Aggregatzustände oder die Wasseraufbereitung Teil des Bildungsplans sind, wird die zunehmende Belastung der Wasserversorgung nur selten thematisiert. Dabei ist es für Schülerinnen und Schüler besonders wichtig, die Bedeutung von Wasser und dessen verantwortungsvollen Umgang zu verstehen.
Besonders eindrucksvoll für Schülerinnen und Schüler ist ein Gedankenexperiment: Was würde passieren, wenn es bei uns plötzlich kein Wasser mehr geben würde? Dabei erkennen die Schülerinnen und Schüler, wie allgegenwärtig Wasser im Alltag ist – nicht nur zum Trinken, sondern überall (Industrie, Landwirtschaft und Haushalte).
Leitfragen für den Unterricht
Um das Thema anschaulich und praxisnah zu vermitteln, bieten sich folgende Fragestellungen an:
Wie viele Menschen leben derzeit auf der Erde und wie viele werden es 2050 sein?
Wie viel Wasser verbrauchen wir täglich – sichtbar und virtuell?
Wie können wir Trinkwasser zu Hause einsparen?
Welche Möglichkeiten gibt es, virtuelles Wasser zu reduzieren?
Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wasserversorgung aus?
Besonders wichtig und sinnvoll sind die Dokumentation und Feststellung des eigenen Wasserverbrauchs. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Woche lang und aufschreiben, wie viel Wasser sie verbrauchen.
Der Welttag des Wassers
Der Welttag des Wassers (am 22. März) bietet eine gute Gelegenheit, das Thema im Unterricht aufzugreifen, auch wenn dieser Tag in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt. Aber natürlich kann das Thema „Wasser“ ganzjährig im Unterricht behandelt bzw. aufgegriffen werden.
Wasser ist eine kostbare Ressource – nicht nur das sichtbare Trinkwasser, sondern auch das in Produkten enthaltene virtuelle Wasser. Bewusster Verbrauch und die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Klimawandels sind entscheidend, um die Wasserversorgung auch in Zukunft zu sichern. Je frühzeitiger Schülerinnen und Schüler den Wert von Wasser erkennen, desto nachhaltiger können sie handeln. Deshalb ist dieses Thema schon in der Grundschule so außerordentlich wichtig.