Fasching meets "Winteraustreiben"

Jahreszeitliches und fächerverbindendes Arbeiten sind wichtige Prinzipien in der Grundschule. Heute geht es um ein Thema, dass aktuell ist und sich auch fächerverbindend im Unterricht behandeln lässt. Es geht um Karneval, Fasching und "Winteraustreiben". 

Sehr viele Erwachsene, aber auch Kinder lieben die „5. Jahreszeit“, die Zeit, in der die Narren das Sagen haben. Je nach Region gibt es dafür unterschiedliche Begrifflichkeiten. 

Aber warum verkleiden sich die Menschen, teilweise mit furchteinflößenden Masken und ziehen lautstark durch die Straßen und Gassen? Woher kommt dieser Brauch und was ist der Hintergrund?

Ideen für die Umsetzung im Unterricht

Früher waren die Menschen sehr abergläubisch. Sie glaubten, dass die bösen Geiser Schuld an der dunklen Jahreszeit, dem Winter sind. Mit Hilfe von furchteinflößenden Masken, wilden Kostümen und lautem Geschrei wollten sie nach der langen Winterzeit den Winter austreiben. Verkleidet und mit lautem Gebrüll und Geschrei zogen sie deshalb durch die Dörfer und Städte. Symbolisch für den Winter wurde dann am Ende eine (Stroh-) Puppe verbrannt. Dieser Brauch wird in einigen Gemeinden auch heute noch praktiziert.

Die Faschingszeit beinhaltet auch christliche Elemente, wie beispielsweise die Fastenzeit. Bekanntermaßen beginnt nach dem Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit. Übersetzt bedeutet carne vale (Latein) „Fleisch, lebe wohl“. Der Fasching bzw. Karneval ist somit eine Mischung aus heidnischen Bräuchen und kirchlicher Tradition.

Das Thema „Winteraustreiben“ lässt sich fächerübergreifend bzw. fächerverbindend im Sachunterricht (Brauchtum), in Mathematik (Sachaufgaben, Rezepte für Cocktails und Partys), in Kunst (Herstellung von Masken) und auch im Fach Deutsch behandeln. Für das Fach Deutsch habe ich eine besondere Idee. 

Auch verkleidet kann gelernt werden. (Foto: Ralph) 

Spiegeldiktat im Deutschunterricht 

Das Thema kann im Deutschunterricht auch in Form eines Diktates bearbeitet werden. Nicht nur als Partner- oder Lehrerdiktat, sondern passend zum närrischen Hintergrund auch als „Spiegeldiktat“. Dabei müssen die Schülerinnen und Schüler Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort entschlüsseln, wie der Text heißt. Auf spielerische (knifflige) Art und Weise üben die Kinder für das Diktat. Mit Sicherheit macht das allen Kindern großen Spaß. Und ganz nebenbei lernen sie dabei auch die Hintergründe des Karnevals bzw. Faschings kennen. 

Es gibt nicht nur verschiedene Namen („Spiegeldiktat“, „Alles-steht-Kopf-Diktat“, „Wendediktat“), sondern auch verschiedene Möglichkeiten, je nachdem, ob man nur die Buchstaben, ganze Wörter oder ganze Sätze (horizontal oder vertikal) spiegelt. Bei einigen, allerdings nicht bei allen Diktatformen, sind Spiegel hilfreich. Damit die Schülerinnen und Schüler ihr Diktat kontrollieren können, ist es wichtig, dass es am Ende ein Kontrollblatt gibt.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie man ein Spiegeldiktat herstellen kann. Einige Programme, wie z.B. „Worksheet Crafter“ beinhalten eine Spiegelschrift. Man kann aber auch zum Beispiel bei „Word“ die Schrift um 180 Grad drehen. Und mit Sicherheit gibt es noch einige andere Möglichkeiten, wie man ein Spiegeldiktat selbst herstellen kann.  Am einfachsten ist das „Alles-steht-Kopf-Diktat“, bei dem das Diktatblatt einfach gedreht wird, sodass die Schrift auf dem Kopf steht.

 

Ich habe hier ein Spiegeldiktat zum Thema "Winteraustreiben" erstellt mit den passenden Lösungen. Vielleicht möchtet ihr sie ja mal im Unterricht nutzen. 

 

Habt ihr bereits Spiegeldiktate im Unterricht ausprobiert? 

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Claudia
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Hallo,
die Narrenzeit geht auf den kirchlichen Kalender und die Fastenzeit zurück.
Sie können das gerne bei Werner Mezger nachfragen / nachlesen. Er ist quasi DER Fastnachts-Experte:
Werner Mezger spannte den Bogen von der Entstehung der Fasnacht im Mittelalter, ihrer Wandlungen in der Reformations- und Barockzeit bis hin zur romantischen Umgestaltung im 19. Jahrhundert und ihrer aktuellen Erscheinungsform. Mezger sieht in der Fasnacht ausdrücklich eine christliche Tradition. Denn entgegen landläufiger Meinungen sei sie kein heidnischer Brauch, sondern eng mit dem katholischen Glauben als ausgelassene Feierlichkeit vor der Fastenzeit, dem „Carnevale“ (Wegnehmen des Fleisches), verbunden. Aus der Leugnung Gottes seien zunächst Teufelslarven und später Narrenfiguren mit Eselsohren entstanden.

Mfg
Claudia

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