Zurecht spielt das Thema Klassengemeinschaft eine zentrale und wichtige Rolle im Schulalltag. Jede Klasse ist jedoch auch Teil einer größeren Schulgemeinschaft, die im Alltag manchmal zu kurz kommt. Genau darüber haben meine Kollegin, die eine zweite Klasse im Klassenzimmer nebenan unterrichtet, und ich als Klassenlehrer einer vierten Klasse nachgedacht. Gemeinsam haben wir überlegt, wie wir die Schulgemeinschaft stärken könnten – herausgekommen ist eine Kopfrechen-Challenge.
Eine Kopfrechnen-Challenge
Ganz einfach: Welche Klasse kann innerhalb einer vorgegebenen Zeit mehr Rechenaufgaben richtig lösen? Natürlich erscheint es zunächst etwas unfair, wenn Viertklässler gegen Zweitklässler antreten. Betrachtet man jedoch das Thema „Kopfrechnen im Zahlenraum bis 100“, relativiert sich dieser Altersunterschied deutlich.
Zum Ablauf
Beide Klassen haben das gleiche Arbeitsblatt mit 50 Additions- und Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum bis 100 erhalten. Ich habe den Test mit der zweiten Klasse durchgeführt, während meine Kollegin den Test mit meiner vierten Klasse übernommen hat. In der Pause bzw. in einer Freistunde haben wir anschließend die Arbeitsblätter ausgewertet. Jede richtig gelöste Aufgabe hat einen Punkt ergeben.
Und dann wurde es spannend …
Natürlich wollten beide Klassen gleich wissen, wer gewonnen hat. Das Ergebnis haben wir jedoch nicht einfach schnell verkündet, sondern möglichst spannend präsentiert. Abwechselnd habe ich die Punktzahlen der einzelnen Schülerinnen und Schüler vorgelesen: zuerst eine Punktzahl aus der zweiten Klasse, anschließend eine aus der vierten Klasse. Immer abwechselnd.
Vier rechensichere Viertklässler haben die Aufgabe übernommen, die Punkte im Kopf zu addieren und die aktuellen Punktestände an der Tafel festzuhalten. Von Runde zu Runde sind die Zahlen gewachsen – die Spannung ist sichtbar gestiegen. Am Ende haben die Gesamtpunktzahlen beider Klassen an der Tafel gestanden. Doch damit sind wir noch nicht ganz am Ende gewesen: Da beide Klassen unterschiedlich groß gewesen sind, haben wir zur besseren Vergleichbarkeit den Durchschnitt berechnet.
And the winner is …
Am Ende hat die vierte Klasse mit einem Vorsprung von nur drei Punkten gewonnen. Wenn man bedenkt, dass zwischen beiden Klassen zwei Schuljahre liegen, ist der Punktevorsprung relativ knapp. Auch wenn die Zweitklässler am Ende „verloren“ haben, hat die Freude darüber überwogen, dass der Abstand bei 50 Matheaufgaben so knapp ausgefallen ist. Und meine Klasse hat sich natürlich über den Sieg gefreut.
Fazit
Die Kopfrechen-Challenge hat allen großen Spaß gemacht. Die Kinder haben nicht nur das Kopfrechnen geübt, sondern ganz nebenbei haben wir mit dieser Challenge auch zur Stärkung der Schulgemeinschaft beigetragen. Am Ende waren wir uns alle einig, dass das mit Sicherheit nicht die letzte Challenge war. Immerhin möchte die Klasse 2 möglichst schnell eine Revanche.