Seit einigen Jahren betreue ich den Schulgarten unserer Schule. Wie an so vielen Schulen, herrscht auch auf unserem Schulhof eher trister Asphalt-Charme vor. Jegliche Bemühungen, den Schulhof naturnäher zu gestalten werden von der Verbandsgemeinde zu Nichte im Keim erstickt. Es herrscht die Vorstellung vor, ein Schulhof müsste akkurat kurzgeschorene Hecken und Büsche vorweisen – alter Baumbestand wird jährlich reduziert.
So kam mir vor einigen Jahren jedoch die Idee, zumindest einen Teil eines „Grünbereichs“ der Schule (ungefragt) insektenfreundlicher zu gestalten. Zunächst säten die Schülerinnen und Schüler jedes Frühjahr Samen für „Schmetterlingswiesen“ ein. Abhängig vom Hersteller blühten so ganzjährig dann einjährige, bunte Pflanzen. Dann kam uns die Idee, diesen Bereich mit mehrjährigen Stauden zu bepflanzen, die ich als Ableger aus meinem eigenen Garten mitbrachte.
Auch bauten die Kinder meiner Klasse in diesem Frühling mit großer Begeisterung eine kleine Bruchsteinmauer in diesen Bereich, um diversen Tieren „Rückzugsmöglichkeiten“ zu bieten.
Einsatz in den Ferien
Da die Schulgarten-Zeit für mich begrenzt ist (1 Stunde pro Woche) kam mir die Idee, auch in den Ferien einen Einsatz zu starten und weitere Stauden zu setzen– mit Hilfe freiwilliger Kinder meiner 4. Klasse.
Eine kurze Informationsmail an die Elternschaft genügte – und am Tag des Einsatzes waren mehr Schülerinnen und Schüler vor Ort als erwartet. Ausgerüstet mit Handschuhen, Schaufeln, Hacken und Harken machten sie sich begeistert ans Werk. Trotz der Ferien.
Zunächst lockerten wir die Erde auf und schufen so neuen Platz für weitere Stauden. Die bereits Gepflanzten legten wir vorsichtig frei.
Und dann wurden die vielen kleinen Ableger gepflanzt, die ich von zu Hause mitgebracht hatte.
Partizipation und Ausblick
Auch schmiedeten meine Schülerinnen und Schüler weitere Pläne. Weitere Steine für den Weiterbau der Bruchsteinmauer möchten sie organisieren – indem die Steine einzeln von ihnen aus dem nahegelegenen, stillgelegten Steinbruch geholt werden. Und im Schulgarten möchten sie auch verstärkt helfen, auch dann, wenn meine „Schulgartenstunde“ während ihres „Sportunterrichts“ stattfindet.
Dies stützt wieder meine jahrelange Erfahrung, dass auch heutzutage viele Schülerinnen und Schüler äußerst motiviert sind, wenn es darum geht, Naturerfahrungen zu sammeln und wenn man ihnen Dinge eröffnet, die ihnen zuvor verschlossen waren.