Mein neues Projekt Tabletklasse (6): Kritische Fragen

Nat├╝rlich stellen die Eltern zur Arbeit in der Tabletklasse auch kritische Fragen:

"Die Tablets sind mit dem WLAN verbunden. Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?"

Die Kinder sind nicht mit Klarnamen sondern als Kind 1, Kind 2 usw. angemeldet. Au├čerdem ist das Netzwerk durch die Installation eines der Stadt N├╝rnberg entwickelten Programms geschlossen. Selbst wenn das WLAN-Passwort bekannt w├Ąre, k├Ânnte sich von au├čen kein Ger├Ąt in das Netzwerk einw├Ąhlen, es sei denn, dieses Au├čenger├Ąt wurde von den Technikern der Stadt N├╝rnberg extra in einer digitalen Liste des Schulservers registriert. Die Zugangsdaten daf├╝r verwaltet die EDV-Abteilung der Stadt N├╝rnberg. Eine zus├Ątzliche Funktion des Programms ist die automatische Sperrung von Seiten mit jugendgef├Ąhrdendem Inhalt. Sehr praktisch!

"Wer kontrolliert, was die Kinder auf den Tablets arbeiten?"

Das Programm Netsupport bietet eine einfache Kontrollm├Âglichkeit f├╝r mich. In diesem Programm kann ich mein Tablet mit allen Sch├╝lertablets gleichzeitig vernetzen. Daf├╝r m├╝ssen sich die Kinder nach dem Einschalten ihres Ger├Ątes bei Netsupport anmelden. Das ist zur Routine geworden. Ich sehe dann auf meinem Lehrertablet die Bildschirme aller vernetzten Tablets. Ohne dem einzelnen Kind in meiner Tabletklasse ├╝ber die Schulter zu schauen, habe ich einen ├ťberblick dar├╝ber, was mit den einzelnen Tablets gearbeitet (oder eben nicht gearbeitet) wird. Ich k├Ânnte bei Bedarf einzelne Tablets sperren oder sogar alle Bildschirme gleichzeitig schwarz schalten. Dann ist mir die ungeteilte Aufmerksamkeit der Klasse gewiss! Theoretisch bietet das Programm noch viele weitere Funktionen. Ich k├Ânnte virtuelle Flei├čsternchen verteilen, Nachrichten an einzelne Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler schicken, chatten etc. Bei 26 Kindern ist mir das allerdings zu un├╝bersichtlich. Wir sprechen ja auch noch miteinander :-)┬á

Nat├╝rlich starre ich nicht st├Ąndig auf mein Tablet, um die Kinder zu ├╝berwachen. Im Prinzip reicht das WISSEN, dass ich die M├ľGLICHKEIT zur Kontrolle habe. Das haben wir gleich in einer der ersten Tabletstunden ausprobiert und demonstriert. Die Kinder waren beeindruckt!

"Warum wurden die Kameras nicht deaktiviert? Ist die Gefahr nicht viel zu gro├č, dass die Kinder damit Unfug treiben und Fotos gar ins Netz auf Facebook und Co. hochladen?"

Die Foto- und Videofunktion wurde ganz bewusst NICHT deaktiviert. Foto-, Video- und Tonaufnahmen bieten die M├Âglichkeit, mit dem Tablet kreativ zu werden, Vorg├Ąnge zu dokumentieren etc. Es geht uns um p├Ądagogische Lernsituationen mit klar umrissenen Arbeitsauftr├Ągen. Die Kamera wird nicht willk├╝rlich genutzt sondern f├╝r bestimmte, didaktisch klar definierte Zwecke eingesetzt. Mehr zum Einsatz der Kamera k├Ânnt ihr hier lesen. Es gibt klare Regeln: Foto- oder Videoaufnahmen d├╝rfen nur dann gemacht werden, wenn ich das vorher explizit erlaubt habe. Und auch dann sind Aufnahmen von Klassenkameraden nur zul├Ąssig, wenn die betreffenden Kinder damit einverstanden sind. Nun kann man nat├╝rlich argumentieren, dass Regeln sch├Ân und gut sind. Aber irgendein Kind bricht sie dann doch immer gerne. Dieses Argument stimmt nat├╝rlich. Wobei sich die Kinder in Sachen Tablet tats├Ąchlich sehr streng an die Regeln halten. Wesentlich strenger als an so manch andere Regel. Die Kinder haben aber auch kaum die Chance, um die Kamerafunktion zu missbrauchen: Die Tablets werden nur im Klassenzimmer bzw. w├Ąhrend des Unterrichts verwendet. Sie verbleiben au├čerdem auch nach Schulschluss im Klassenzimmer, es ist also nicht m├Âglich zu Hause heimlich Dinge ins Internet zu laden.

"Die Kinder spielen doch sowieso zu Hause am Tablet/PC/Handy. Da m├╝ssen sie das doch nicht auch noch in der Schule tun, oder?"

Warum Medienkompetenz wichtig ist, habe ich schon in einem vorherigen Artikel erl├Ąutert. Wer m├Âchte kann das hier nachlesen ;-)

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