Englisch in das Homeschooling einzubauen, war nicht unmöglich, jedoch teilweise schwierig. Als Englischlehrerin und Mutter habe ich beide Seiten kennengelernt und aus dieser Not heraus, ergab sich eine Idee, die ich auch im Präsenzunterricht angewendet habe.

Eintauchen in die Sprache im Alltag

Da wir lange Zeit in Quarantäne waren, staute sich so einiges an, das von daheim gelernt werden musste. In Englisch war es eine ganze Unterrichtseinheit, die mit den entsprechenden Seiten in den Arbeitsheften erarbeitet werden sollte. Sehr schnell merkte ich, dass dies für meine Kleine im Alleingang nicht einfach umzusetzen war. Frust stellte sich ein. Als Englischlehrerin ist mir natürlich etwas eingefallen. Also begann ich im Alltag mit ihr auf Englisch zu sprechen. Es fing alles beim Abräumen des Frühstücksgeschirrs an. Vokabeln, die sie nicht kannte, habe ich gestisch verdeutlicht. Nach kurzer Zeit antwortete sie mir sogar auf Englisch und ich merkte, dass es für sie einfacher wurde, sich danach an ihre Pflichtaufgaben zu setzen. Das Ganze ergab dann eine Eigendynamik, sodass wir beim Zubereiten von Essen, Salaten und beim Backen auf Englisch sprachen. Wie von selbst ergab sich dann die Idee, auch die aktuelle Unit so spielerisch zu bewerkstelligen.

Shoppen mit Playmobil

Um richtig auf Englisch zu shoppen, benötigten wir Spielgeld. Das ist recht einfach im Internet zu finden. Danach starteten wir mit einfachen Shopping Dialogen. Doch die stereotypischen Sprechvorlagen, die im Lehrwerk angeboten waren, nutzten sich schnell ab und es wurde eintönig. Also suchten wir uns passendes Anschauungsmaterial, beispielsweise von Playmobil und nutzten dazu eine Shoppingmall, die eigentlich schon auf dem Dachboden eingemottet war. 

 

Mit Playmobil Figuren können Shopping Dialoge nachgestellt werden. (Foto: Hanna)
Eine Wörterliste für unbekanntes Vokabular. (Foto: Nova) 

Durch das Spiel kam mein Kind an ihre englischsprachigen Grenzen und suchte händeringend nach Vokabular. Um dies herauszufinden, legten wir zunächst auf Deutsch eine Wörterliste an. Sie diktierte mir Wörter, die sie gern wissen wollte und ich schrieb diese für sie auf. Danach war sie an der Reihe und sollte mal herausfinden, wie die englischen Vokabeln dazu heißen. Zunächst fragte sie ihre „Alexa“ und schrieb die Wörter nach Gehör auf. Dann zeigte sie mir stolz ihr Ergebnis. Ich teilte ihr mit, dass einige Wörter anders geschrieben werden. Gemeinsam berichtigten wir die ersten 5 Wörter durch eine spelling-Übung. Zur Wiederholung des englischen Alphabets war das ganz gut. 

Für den Rest nahm sie dann ihr Tablet und schaute auf ein Übersetzungsprogramm. Von dort schrieb sie die Vokabeln richtig ab und tippte auf das Lautsprecher-Symbol, um sich die Aussprache anzuhören. So kam sie gut vorwärts, sodass wir mit Hilfe der so entstandenen Wörterliste die ersten Shopping-Dialog mit ihrem Spielzeug darstellen konnten. Das fand sie richtig gut! Auch der Lehrerin haben wir diese motivierende Art des „Englischunterrichts“ berichtet. Daraufhin kam die Idee auf die spielerischen Dialoge zu verschriftlichen, damit meine Tochter ihre eigenen Dialoge im Präsenzunterricht vorlesen kann.

Mit Spielzeug im Unterricht

Shopping Dialoge. (Foto: Nova)

Für mich war nach diesem Erfolg klar, dass ich diese Art des Lernens auch für meinen eigenen Englischunterricht nutzen wollte. Also brachte ich das Spielzeug mit in meine Klasse. In Kleingruppen haben sich meine Schülerinnen und Schüler Gedanken zu möglichen Wörtern gemacht, die wir übersetzt haben. Dazu war ein Unterrichtsgespräch ganz hilfreich, denn einige Kinder kannten bereits Wörter, die in anderen Gruppen noch unbekannt waren. 

Im Anschluss arbeiteten die Kinder an Notebooks, um sich - wie meine Tochter daheim - mit einem Übersetzungsprogramm die noch unbekannten Vokabeln zu erschließen. Es war wirklich toll, denn die Englischstunde ging so schnell rum, dass wir die nachfolgende Stunde kurzerhand auch dafür nutzten. Als Klassenlehrerin hatte ich glücklicherweise solch eine Möglichkeit. Die Klasse war so begeistert, dass sie das „Englischexperiment“ im Klassenrat am Freitag zum Thema machten, um auch andere Themen so bearbeiten zu dürfen. Nun haben sie die Idee, mit Spielzeugen Englisch-Stationen aufzubauen. Es soll eine Feuerwache, einen Kaufmannsladen, einen Bauernhof und ein Zoo mit Spielzeug dargestellt werden. Ich bin sehr gespannt und freue mich schon auf diese Stunde.

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