Erzählen mit Symbolkarten

Das Schöne am Fach Religion ist, dass man Raum zum Philosophieren, Nachsinnen und Entfalten geben darf. In einer passenden Unterrichtsreihe, zwischen zwei Unterrichtseinheiten oder auch in Vertretungsstunden bietet es sich an mit Symbolkarten zu arbeiten. Diese kann man sich selbst erstellen oder aber auch käuflich erwerben. Eine kleine Auswahl von Karten seht ihr auf dem Foto, wobei diese Symbol-Kartei aus insgesamt 88 Erzählbildern besteht. Somit bietet diese Kartei eine große Auswahl und viel Raum für Interpretation der einzelnen Kinder oder auch für Gruppenarbeiten.

 

Die Symbol-Kartei von Rainer Oberthür – eine Auswahl einiger Karten. (Foto: Elisa)

Einsatzmöglichkeiten im Sitzkreis

Bild auswählen und etwas dazu erzählen

Man legt 15-30 Karten (ca. doppelt so viele Karten wie die Anzahl der SchülerInnen) auf den Boden in der Mitte des Erzählkreises. Jedes Kind darf der Reihe nach eine Karte auswählen und dazu die eigenen Eindrücke schildern. So lernt man die Kinder besser kennen und erfährt, was sie beschäftigt.

Bild beschreiben und erraten lassen

Ein Kind umschreibt ein Bild und die anderen Kinder erraten, welche Karte das Kind meint. Auch Vorerfahrungen aus dem Religionsunterricht können hier gut eingebracht werden. Die Karte mit dem Brunnen erinnert die Kinder vielleicht an die Josef-Geschichte, die Karte mit dem Regenbogen an die Arche Noah… - so können die Kinder darauf Bezug nehmen und ihr Vorwissen aus dem RU einbringen.

Emotionen beschreiben

Die Kinder können Gefühle beschreiben, die ihnen bei dem Anblick der Bildkarten in den Sinn kommen. So kann bei der trauernden Frau am Grab die Traurigkeit beschrieben werden, bei der Sonne das Glücklichsein, beim Herz die Zuneigung zu einer Freundin oder der Familie usw.

Wie ist Gott?

Auch beim Thema ‚Gottesbild‘ können die Symbolkarten genutzt werden. „Welche Karte erinnert dich an Gott und wieso?“ kann hier die Fragestellung sein.

Einsatzmöglichkeiten am Tisch

Abzeichnen und beschreiben

Die Kinder dürfen eine Karte auswählen, diese abmalen und einige Sätze dazu schreiben. Am Ende kann man die Ergebnisse an die Tafel pinnen oder mit einem Museumsrundgang durch den Klassenraum laufen und die Ideen und Gedanken der anderen Kinder anschauen / durchlesen.

Hier könnt ihr euch das passende Arbeitsblatt dazu runterladen. 

Elfchen oder Gedicht zum Bild

Die Kinder wählen eine Karte aus und schreiben ein Elfchen oder ein Gedicht zu dem Thema, an das sie die Karte erinnert. 

(Gott) Fragen stellen

Die Kinder wählen eine Karte aus und stellen zum Bild eine oder mehrere Fragen (an Gott). Später können die Fragen im Sitzkreis vorgelesen werden. Wenn das Kind es sich wünscht, könnten die MitschülerInnen sich zu den Fragen des Kindes äußern.

Meine Erfahrung dazu

Auch wenn die Einsatzmöglichkeiten am Tisch sehr schön sind, empfehle ich definitiv das gemeinsame Betrachten der Karten im Sitzkreis. Ich erlebe meine Lerngruppen in dieser Zeit als sehr aufmerksam und interessiert und möchte diesen Moment nicht missen. 

Die Kinder können die Karten an sich nehmen oder aber mit dem Zeigestock drauf zeigen.

Wie ihr an den Beispielen seht, sind dem Einsatz mit den Karten keine Grenzen gesetzt und sicher fallen euch weitere Einsatzmöglichkeiten oder Fragestellungen ein.

Kommentiert diese gerne in den Kommentaren – ich würde mich über einen Austausch freuen.

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