Die drei großen Weltreligionen – Teil II

In dem ersten Beitrag zu den drei großen Weltreligionen ging es um die Herausarbeitung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Die Einführung mit den Berührungspunkten der Religionen bietet eine gute Basis, denn bei dieser Thematik gilt es sensibel und offen zu sein. Oftmals kennen die Schülerinnen und Schüler bereits Unterschiede, aber keine Gemeinsamkeiten. Nach dieser Einführung ist es wichtig, die Religionen einzeln in den Blick zu nehmen.

Das Judentum

Die jüdische Religion ist die älteste der abrahamitischen Religionen. Die wichtigste Person des Christentums, Jesus Christus, war Jude. Wenn ich das im Unterricht erwähne, staunen die Kinder und fragen sich, wie das sein kann. Daher lohnt es sich, zunächst mit der Vertiefung des Judentums zu beginnen, denn somit wird es eindeutig, wieso das Christentum und der Islam jüngere Religionen sind. Folgende Kerninhalte sind wichtig, im Unterricht durchzunehmen:

  • Die Thora: Das wichtigste Buch der Juden und ebenfalls Bestandteil der christlichen Bibel.
  • Der Rabbi, wörtlich übersetzt ein Gelehrter, leitet eine jüdische Gemeinde wie ein Priester eine christliche Gemeinde. Jesus wurde von seinen Jüngern oft mit „Rabbi“ angesprochen.
  • Mose, als die wichtigste Person im Judentum, kommt ebenfalls in der Bibel vor und wurde meist bereits im Religionsunterricht behandelt.
  • Chanukka, ein Lichterfest, das parallel zu unserer Adventszeit gefeiert wird und Pessach, das Fest, das an den Auszug aus Ägypten erinnern soll. Das Pessachfest feiern die Juden parallel zum christlichen Osterfest.
  • Aufbau und Aussehen einer Synagoge: Wenn es in der Nähe eine Syngoge gibt, dann ist ein Besuch sehr lohnenswert und sicherlich der Mühe wert. Ansonsten können mittlerweile schöne und anschauliche Bilder aus dem Internet gezogen werden, damit sich die Kinder eine Synagoge besser vorstellen können. Auch eine Fantasiereise lädt dazu ein, wichtige Gegenstände in der Synagoge wie der Thoraschein, die Bima, Menora und die Gebetsutensilien wie eine Kippa und den Tallit „zu sehen“.
  • Das Fest Bar Mizwa: Für jüdische Kinder im Alter von 12/13 Jahren gibt es das wichtige Fest „Bar Mizwa“, ähnlich wie die Erstkommunion bei den Christen. Ab diesem Zeitpunkt an, zählt das Kind als vollberechtigtes Mitglied einer jüdischen Gemeinde an. Auch hier wird das Fest meist groß gefeiert und zu diesem Anlass erhalten die Jungen ihren eigenen Gebetsmantel und eine Kippa und lesen aus der Thora vor. Die Mädchen dürfen die Sabbat-Lichter anzünden.

 

Das Judentum als die älteste der drei großen Weltreligionen hilft zum besseren Verständnis für das Christentum und den Islam. (Foto: Sophie)
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