Für den evangelischen und katholischen Glauben steht die Person Jesu, sein irdisches Wirken und Handeln im Zentrum. Um diese Geschichten aus der Bibel aber besser zu verstehen, ist es grundlegend zu wissen, wie das Leben und das Land früher ausgesehen haben. Daher ist das Thema „Zeit und Umwelt Jesu“ im Kerncurriculum im ersten und/oder zweiten Schuljahr verankert. Dazu werden in diesem Beitrag einige Ideen erläutert.
Übergeordnetes Ziel und Schwerpunkte
Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, den Menschen Jesus von Nazareth in seinem Lebensumfeld kennenzulernen. Dazu gehören folgende inhaltliche Aspekte:
- Wie sahen die Häuser aus?
- Welche Berufe und Aufgaben hatten Frauen und Männer?
- Wie sah die Familienstruktur aus?
- Welche Lebensmittel und typische Speisen gab es früher?
- Welche Kleidung (Farben, Formen) wurde getragen?
- Welche Berufe hat es gegeben und sind diese heute noch vertreten?
- Welche Religion gab es damals?
- Welche Sprachen wurden damals gesprochen?
Umsetzung im Unterricht
Nach einer kurzen Einführung, in der ich den Kindern von der Zeit und dem Land Jesu erzähle und Bilder zeige, gestalten sie ein Deckblatt zum Thema. Wie sieht das Land von Jesus in ihrer Vorstellung aus? Hierfür teile ich folgende Vorlage aus: Deckblatt (Quelle: Sophie)
In den darauffolgenden Stunden durchlaufen die Schülerinnen und Schüler einen Stationslauf. Dabei werden die Themen Wohnen – Leben – Kleidung – Berufe – Religion – Sprachen behandelt. Kleine Texte, Bilder, Anschauungsmaterialien und Arbeitsblätter liegen an den Stationen aus. Eine bestimmte Reihenfolge muss nicht eingehalten werden, also ist es ein offener Unterricht. Zwischendurch werden die Erkenntnisse und Ergebnisse gesichert, meist in Form von Gesprächen am Anfang oder Ende des Unterrichtes.
Am Ende der Einheit folgt mein persönliches Highlight: Ich bringe typische Landesspeisen mit, wie beispielsweise Datteln, Oliven, Hummus, Fladenbrot und Traubensaft. Wir breiten eine Picknickdecke aus (damals aßen die Menschen auch auf dem Boden und mit den Händen), verteilen die Speisen und benennen sie. Dann wird probiert und gegessen. Zum Abschluss singen wir das hebräische Lied „Hevenu shalom alechem“ (Wir bringen Frieden für alle), welches wir bereits zu Beginn der Einheit gelernt haben. Das Lied ist sehr schnell erlernt und die Kinder sind stolz darauf, ein hebräisches Lied singen zu können.
Weiterführende Ideen
Wenn die Zeit gegeben ist und man die Möglichkeit hat, das Thema mit anderen Fächern zu verbinden, so ließe sich ein dreidimensionales Haus aus der Zeit basteln. Das Haus könnte angemalt und mit weiteren Bildelementen bestückt werden (wie beispielsweise Tiere, die man damals hatte oder eine Kochnische).
Mit einer AG oder im Deutschunterricht könnte ein kleines Theaterstück aufgeschrieben, eingeübt und aufgeführt werden, indem alte Bibeltexte in die moderne, wörtliche Rede umgewandelt werden. Hier könnte die Lehrperson etwas vorgeben oder den Kindern die freie Wahl lassen, nach ihrer Interpretation die Geschichten von Jesus wiederzugeben.