Sieh mal, was kommt denn da geflogen?

Heute geht es wieder um das Thema Bienen, allerdings nicht um die Honigbiene oder das Bienensterben, ĂŒber das ich ja hier schon geschrieben habe, sondern um die Holzbiene. Vielleicht hat der eine oder andere von euch schon mal etwas von dieser Bienenart gehört oder sie sogar schon mit eigenen Augen gesehen. Die Holzbiene ist, nicht nur was ihre GrĂ¶ĂŸe, sondern vor allem auch, was ihre FluggerĂ€usche angeht, sehr auffĂ€llig und interessant. Und genau das macht sie fĂŒr Kinder so spannend.

Was sind Holzbienen?

UrsprĂŒnglich stammt die Holzbiene aus dem Mittelmeerraum. Noch in den achtziger Jahren war diese Bienenart bei uns kaum verbreitet. Aber mit der globalen ErderwĂ€rmung und dem damit zusammenhĂ€ngenden milderen Wintern und trockeneren Sommern, breitet sich diese Bienenart in den letzten Jahren immer mehr bei uns aus. Zu Beginn war die Holzbiene vor allem im sĂŒdwestlichen Teil Deutschlands beheimatet.  Mittlerweile kann man sie aber auch schon nördlich der Linie OsnabrĂŒck – Hannover – Berlin finden.

Infos zur Holzbiene

Anders als die Honigbiene lebt die Holzbiene nicht in einem Bienenvolk, sondern alleine. Mit ihrer GrĂ¶ĂŸe von bis zu 2,8 Zentimetern gehört sie in Europa zu den grĂ¶ĂŸten Wildbienenarten. Ihre GrĂ¶ĂŸe, aber vor allem auch ihre auffallenden BrummgerĂ€usche, machen sie so besonders und einzigartig. Die Bienen können zwar stechen, sind aber, anders als beispielsweise Wespen, ĂŒberhaupt nicht aggressiv und stechen deshalb so gut wie nie. Ihren Namen hat die Biene ĂŒbrigens deshalb, weil sie ihre Larven im Holz bzw. Totholz ablegt. Besonders wohl fĂŒhlt sie sich in Ă€lteren und etwas verwilderten Streuobstwiesen. Daneben gibt es noch eine weitere Besonderheit: Die Holzbiene gehört zu den so genannten langzĂŒngigen Bienen, die mit Hilfe ihrer langen Zunge versuchen, an den BlĂŒtennektar zu kommen. Wenn ihnen das nicht gelingt, nagen sie mit ihren krĂ€ftigen Mundwerkzeugen ein Loch in die BlĂŒtenwand. So kann es vorkommen, dass die BlĂŒte nicht bestĂ€ubt wird.

Was gehört zur Unterrichtseinheit?

Vorab sollte man sich darĂŒber im Klaren sein, ob man „nur“ die Holzbiene oder auch andere Bienenarten, wie beispielsweise die Honigbiene im Unterricht behandeln will. Ebenfalls muss man im Vorfeld klĂ€ren, ob man das Thema „Bienensterben“ im Unterricht thematisiert. Meines Erachtens ist das letztere Thema sehr wichtig.

Umsetzung im Unterricht

Wie kann man in diese Unterrichtseinheit einsteigen? Hier gibt es, wie bei fast allen anderen Themen auch, sehr viele Möglicheiten. Beispielsweise kann man mit einem „GalgenmĂ€nnchen-Spiel“ oder mit einem Bild als stummen Impuls in die Unterrichtsstunde einsteigen. Möglich ist aber auch ein ErzĂ€hlkreis, in dem die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ihr (Vor-)Wissen zum Thema „Bienen“ Ă€ußern können. In diesem UnterrichtsgesprĂ€ch könnte man das UnterrichtsgesprĂ€ch dann auch auf das Stundenthema lenken. Bevor man sich im Unterricht genauer mit der Holzbiene beschĂ€ftigt, könnte man auch zuerst mit dem Thema „Insekten“ einsteigen. Im Internet gibt es dazu vom NABU einen ganz tollen Kurzfilm mit dem Titel: „Die Holzbiene in 60 Sekunden“. SelbstverstĂ€ndlich kann man das Thema „Insekten“ aber auch weglassen. Passend zum Thema gibt es im Internet noch einen weiteren Film zur Holzbiene, den ich ebenfalls fĂŒr sehr empfehlenswert halte. Ansonsten kann man das Thema aber auch mit einem Sachtext und dazu passenden Fragen, mit einer arbeitsteiligen Gruppenarbeit und der anschließenden Herstellung eines Lernplakates umsetzen. Zweifellos wĂŒrde sich auch ein Lerngang in die Natur anbieten. Allerdings ist die Chance bzw. die Wahrscheinlichkeit nicht besonders groß, dass man wirklich eine Holzbiene findet. Von daher wĂ€re es fĂŒr die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sicherlich frustrierend. Wie bereits eingangs erwĂ€hnt, steigen die Verbreitungszahlen immer weiter an, aber natĂŒrlich ist es noch nicht so, dass es bei uns in Deutschland von Holzbienen wimmelt. Ich hoffe, dass euch mein heutiger Beitrag, bei dem ich euch eine unbekanntere Tierart, nĂ€her bringen wollte, gefallen hat. In einem meiner nĂ€chsten Beitrage, werde ich euch weitere „Gewinner“ des Klimawandels, die hier bei uns immer mehr heimisch werden, vorstellen. Seid gespannt!
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